Footbag - Hacky-Sack
Footbag
Kurzbeschreibung
Footbag ist ein Sport, bei dem ein kleines mit Granulat oder Sand gefülltes Stoffsäckchen allein oder zu mehreren mit Beinen und Füßen gespielt wird.
Der Ball, nach dem Markennamen einer amerikanischen Firma fälschlicherweise auch "Hacky-Sack" genannt, hat laut IFPA-Vorgabe ungefähr einen Durchmesser von einem Inch bis zweieinhalb Inch und ist aus einigen Stofflappen (z. B. aus Leder, Leinen, Kunstoffmaterialien) zusammengenäht.
Dies kann aber je nach Ball unterschiedlich sein. Auch die Anzahl der Stofflappen (panels) und die Menge der sich im Ball befindlichen Füllung schwankt zwischen zwanzig und siebzig Gramm und ist teilweise ausschlaggebend für bestimmte Spielmodi und Schwierigkeitsgrade.

german footbag open 2005
Geschichte
Schon vor 4000 Jahren wurden in Asien erste Formen des heutigen Footbag gespielt. Es ging darum, den Ball mit den Beinen, den Schultern und dem Kopf in der Luft zu halten. Auch von den Maya sind uns solche Ballspiele bekannt. Die heutige Disziplin "Netz" wurde schon von den Japanern und Chinesen gespielt. Dies hatte sich aus alten Kampfsportübungen der Asiaten, bei welchen der Ball als Kopf des Gegners gesehen und getroffen werden musste, entwickelt.
Footbag an sich wurde in den 1970er Jahren von den US-Amerikanern John Stalberger und Mike Marshall als Zeitvertreib erfunden. Stalberger hatte kurz davor eine Knieoperation und suchte nach einer einfachen Trainingsmöglichkeit. Es ging lediglich darum, den Ball (damals noch eine zusammengenähte Socke, die mit Reis gefüllt war) so lange wie möglich, ob nun alleine, zu zweit oder in der Gruppe, nur mit den Füßen in der Luft zu halten, das Spiel nannten sie Hack the Sack.
Mitte der 1970er Jahre folgte der internationale Durchbruch im Spiel- und Sportmarkt. Mit der ersten wirklich großen Footbag Europameisterschaft 1999 in Berlin/ Deutschland entwickelt sich seitdem eine eigene Szene in Europa.
Footbag Turniere
Jedes Jahr werden mehr und mehr Vereine gegründet und jährlich stattfindende nationale- und internationale Turniere ausgetragen. Die größten derzeitigen (Stand Januar 2006) Turniere in Europa sind neben der
- Europameisterschaft (IFPA European Footbag Championships),
- der Footjam (Schweiz),
- die German Footbag Open (Deutschland),
- der ToDexOn (CZ),
- Danish Footbag Open (DK) und
- die FR Footbag Open (FR).
Heutzutage gibt es die jährlichen IFPA Footbag World Championships bei denen die besten Footbagger in mehreren Disziplinen gegen einander antreten
Footbag-Disziplinen
Circle
Hier geht es darum, mit mindestens zwei Spielern den Ball einfach so lange wie möglich (mit allen Körperteilen ausser den Händen) in der Luft zu halten.
Goldene Regel: Die Schwerkraft siegt immer. Circle ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin.
Foursquare
Spielvariante, die man häufig in den USA auf Schulhöfen oder Plätzen beobachten kann. Das Spielfeld ist ein Quadrat, das in vier Kleinere (gleich große) geteilt wird. Der Spieler im "letzten" Spielfeld wirft einem Anderen den Footbag zu und startet somit das Spiel.
Dabei scheidet der Spieler aus, der den Bag in seinem Spielfeld liegen hat, oder ihn aus dem Spielfeld befördert - dann rücken alle eins auf, und ins erste Spielfeld kommt ein neuer Spieler. Punkten kann nur der Spieler im letzten Spielfeld - und zwar immer, wenn ein anderer Spieler ausscheidet. Foursquare ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin.
Dance
Einzige Regel: Es gibt keine Regeln (außer die vom Circle). Dance hat sich als Gegenstück zu den regelstarken Footbagvarianten entwickelt, die von der World Footbag Association unterstützt werden. Wie der Name schon sagt, geht es darum, in einem Rhythmus mit den anderen zu spielen, der einem Tanz gleicht. Dance ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin.
Consecutive
Es geht darum, den Ball so oft und so lange wie möglich (alleine oder zu zweit) in der Luft zu halten. Der Rekord im zeitlich unbeschränkten "Kicken" liegt bei 63.326 Berührungen des Bags mit dem Fuß.
Außerdem gibt es das so genannte "timed consecutive", wo es gilt in einer bestimmten Zeit möglichst viele Berührungen zu erreichen. Consecutive ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin mehr.
Golf

Der Name sagt alles: Wie beim Golfen werden Ziele ausgesucht, in die der Bag gekickt werden muss. Dabei darf er aus den Händen fallen gelassen werden, muss also nicht mit dem Fuß direkt vom Boden gekickt werden.
Netz
Footbag übers Netz wird auf einem Badminton Feld gespielt: jede Seite ist ca. 6 mal 6 Meter groß und die Netzhöhe beträgt 1,52 m. Der Netz-Footbag ist im Gegensatz zum Freestyle-Footbag möglichst rund und hart und hat einen Durchmesser von etwa 6 cm.
Der Footbag darf nur unterhalb des Knies gekickt werden, alle anderen Kontakte mit dem Körper werden als Body-Foul bezeichnet. Berührt ein Spieler das Netz handelt es sich um ein Net-Foul. Berührt ein Spieler den Gegner auf dessen Spielfeldseite handelt es sich um ein Contact-Foul.
Es gibt zwei Netz-Disziplinen: Doppel und Einzel. Beim Doppel dürfen die beiden Spieler eines Teams den Ball maximal dreimal berühren, um diesen letztlich ins Spielfeld des gegnerischen Teams zu kicken. Beim Einzel darf der Spieler den Ball hingegen nur zweimal berühren.
Gespielt wird um Punkte: Entweder wird ein Gewinnsatz bis 15 Punkte gespielt oder zwei Gewinnsätze bis 11 bzw. 15 Punkte. Nur das Team, das die Angabe macht, kann Punkten. Gewinnt das gegnerische Team den Ballwechsel kommt es zu einem Angabenwechsel. Die Angaben (Serves) erfolgen von der Grundlinie aus diagonal ins gegenerische Feld.Freestyle
Hier sind die Wurzeln des Footbag. Dieser Modus wird sowohl bei Meisterschaften als auch auf Straßen, Plätzen und Schulen gespielt und ist damit eine der vielseitigsten Disziplinen. Hier finden auch Tricks ihre Anwendung, wie zum Beispiel das Auffangen (stall bzw. delay).
In den Meisterschaften gilt es, eine Choreographie zu einem selbst gewählten Musikstück vorzuführen. Folglich zeigen die Freestyler im Rhythmus meist Solo oder im Doppel diverse Tricks. Eine Kür dauert je nach Turnierregelen zwischen 1,30 Min. und 2 Min.
Beurteilt werden sie nach Schwierigkeitsgrad der gestandenen Tricks, Vielseitigkeit der Trickzusammenstellung, Kontrolle, Präsentation und letztlich der Gesamteindruck von einer fünfköpfigen Jury.
Quellenverweis
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Footbag aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
